Kompressoren im Einsatz

Auswahlkriterien von Kompressoren im Überblick

Wer einen Kompressor kaufen möchte, dem steht eine große Auswahl an verschiedenen Typen zur Auswahl. Entscheidende Kriterien bei der Wahl des passenden Gerätes sind je nach Einsatzgebiet

  • Größe, d.h. tragbare oder stationäre Modelle
  • Betriebsdruck
  • Volumen des Kessels
  • Liefermenge in Liter pro Minute, beziehungsweise bei großen Geräten in m³/min.
  • Anschlüsse

Da die Geräte beim Einsatz sehr viel Wärme produzieren, sollten unbedingt die angegebenen Betriebstemperaturen und entsprechende Sicherheitseinrichtungen mit in Betracht gezogen werden.

Kompressoren und Druckluftbehälter im preislichen Überblick!

Größe

Kompressoren unterteilen sich zunächst in Bezug auf ihre Größe in tragbare sowie in stationäre Modelle. Das Gewicht der tragbaren Varianten zwischen 2 bis gut 21 kg. Außer einem Tragegriff weisen viele Typen zusätzlich oder optional Räder auf, mit deren Hilfe sie sich leicht überallhin transportieren lassen. Als weniger mobil, dafür deutlich leistungsstärker erweisen sich die großen Modelle. Für ihre Aufstellung existiert eine Reihe an Vorschriften. Um die Geräte möglichst effizient und gleichzeitig sicher nutzen zu können, sollten diese genau befolgt werden.

Umgebungstemperatur

Am besten funktionieren Verdichter bei einer Umgebungstemperatur zwischen 20 und 25°. Die maximale UT für stationäre Typen beträgt 40°, die minimale 5°. Letztere kann mit einer speziellen Einrichtung auf -10° gesenkt werden.

Betriebstemperatur

Bei beiden gängigen Bauarten wird die gesamte aufgenommene Energie in Wärme umgewandelt. Daher müssen alle Geräte ausreichend gekühlt werden, um Fehlfunktionen zu verhindern. Dies geschieht entweder am häufigsten durch Kühlluft oder auch durch Kühlwasser. Zur Verwendung von Kühlluft muss der Betriebsraum besonders gut belüftet werden. Reicht die Abführung der Wärme durch Kühlluft nicht aus, kann ergänzend Kühlwasser zum Einsatz kommen. Diese Kühlmethode bietet den Vorteil, dass sie in Bezug auf die Aufstellung weniger anspruchsvoll ist.

Betriebsdruck

Der maximal mögliche Überdruck wird als Betriebsdruck bezeichnet. Dieser dient zum Verdichten der angesaugten Luft im Gerät. Tragbare Kompressorgeräte weisen einen Betriebsdruck von 8 bis 10 bar auf. Der Druck größerer Modelle rangiert zwischen 15 und 30 bar. Im Unterschied zum absoluten Betriebsdruck ist der zugehörige Prüfdruck eine Variable. Er ändert sich mit dem abnehmenden Volumen der Luft während des Kompressionsvorgangs. Daher wird der Prüfdruck entweder auf den Saug- oder auf den Enddruck bezogen. Es existiert auch ein Normzustand als Bezugsgröße, zusammengesetzt aus den drei Komponenten Normdruck (p) von 1 bar, Mindesttemperatur (T) von 0° sowie einer Höchsttemperatur (K) von 20°.

Kesselvolumen

In den Kesseln wird die erzeugte Druckluft gespeichert. Gängige Kesselvolumen variieren zwischen kleinen mit einem Fassungsvermögen von 24 Litern bis zu großen mit 270 l Inhalt. Auch Minigrößen mit 4 l Volumen sind erhältlich. Für den Hausgebrauch finden sich Akkukompressoren, die ohne Kessel auskommen, aber dafür auch nur relativ wenig Leistung bringen.

Liefermenge

Die Liefermenge definiert sich als die abgegebene Druckluft innerhalb einer bestimmten Zeitspanne. Bei kleineren Verdichtern wird sie in Litern, bei großen in Kubikmetern angegeben. Die Zeitspanne beträgt normalerweise 1 Minute. Auf vielen Geräten findet sich zudem die Angabe der Ansaugleistung. Sie variiert zwischen 6 und rund 700 l/min. Da die Ansaugleistung aber lediglich ein theoretisch möglicher Maximalwert ist, sagt sie nichts über die tatsächliche Leistung aus. Als Kaufkriterium kann sie daher weitgehend unbeachtet bleiben. Bei einigen Geräten wird statt der Liefermenge die Leistung in Watt angegeben. Sie liegt bei 800 W bei kleinen bis 4kW oder mehr bei großen Varianten.

Betriebsarten

Außer nach Liefermenge lassen Kompressorgeräte sich auch nach der Betriebsart unterscheiden. Neben ölbetriebenen finden sich im Handel Geräte ohne Öl. Die Verwendung von Öl als Schmiermittel verspricht allerdings im Normalfall eine längere Lebensdauer. Die Modelle mit Öleinspritzung laufen sehr geräuscharm und weisen zudem meistens einen Lufttank als Druckluftspeicher auf. Als nachteilig gilt die unvermeidbare, allerdings nur minimale, Eintragung von Öl in die produzierte Druckluft. Ölfreie Drucklufterzeuger liefern hohe Leistung und laufen ebenfalls sehr leise. Dafür haben sie meistens keinen Lufttank, so dass nur die erzeugte Druckluft verwendet werden kann.

Motoren

Kompressoren benötigen einen Motor, der die Kolben des Verdichters antreibt. Während einige Modelle über einen Universalmotor betrieben werden, laufen andere mit Hilfe eines Asynchronmotors. Letztere benötigen zwar mehr Anlaufstrom als Universalmotoren, bieten dafür aber zwei wichtige Vorteile. Zum Einen benötigen sie wenig Wartungsarbeiten und verschleißen nur minimal. Außerdem erzeugen sie einen deutlich niedrigeren Lärmpegel, was Nerven und Gehörgänge schont.

Konstruktionstypen

- Ein häufig vorkommender Konstruktionstyp ist der Kolbenkompressor. Hierbei bewegt sich ein Kolben in einem Zylinder auf und ab. Der Kolben ist dabei über einen Pleuel mit einer Kurbelwelle verbunden. Diese presst den Kolben gegen die angesaugte Luft und komprimiert sie dadurch. Vor ihrem Austritt aus dem Kessel wird die so entstandene Druckluft nochmals durch einen zweiten Kolben verdichtet. Kolbenverdichter gehören zu den Verdrängungskompressoren. Damit liefern sie bei vergleichsweise kleinem Durchsatz einen hohen Enddruck.
- Nahezu die Hälfte aller verwendeten Verdichter sind Schraubenkompressoren. Das Kernstück dieses Typs besteht aus zwei Rotoren, deren schraubenförmiger Schliff gegenläufig ineinander greift. Dabei stehen die Rotoren so dicht, dass keine Luft hindurchtreten kann. Um sie herum bildet sich aus der angesaugten Luft ein Mantel, der durch die Drehbewegung beider Rotoren in Richtung Ausgang befördert wird. Vor dem Ausgang befindet sich eine Wand, gegen die der Luftmantel gepresst und dadurch verdichtet wird. Der Zeitpunkt des Druckluftauslasses sowie die Größe der Auslassöffnung bestimmen den Dichtegrad der komprimierten Luft. Bei dieser Methode steht die Größe des Durchsatzes in einem proportionalen Verhältnis zur Drehbewegung – je schneller die Rotoren sich drehen, desto mehr Luft wird hindurchbefördert.
- Eine Unterart der Schraubenkompressoren sind Verdichter mit zur Auslassseite hin flacherem Verzahnungssteigung. Auch durch dieses Mittel wird die Luft komprimiert, da das Volumen des Luftmantels sich mit Abnahme der Steigung ebenfalls verringert. Beide Spielarten von Schraubendrucklufterzeugern funktionieren, im Gegensatz zum Kolbenkompressor nach dem Rotationsprinzip.

Anschlüsse zur Erweiterung des Einsatzbereiches

Mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Aufsätzen lässt jeder Kompressor sich, unabhängig vom Typ, vielseitig verwenden. Besonders empfehlenswert sind Geräte mit Schnellkupplungen, die beim täglichen Einsatz viel Zeit und Mühe sparen können. An möglichen Anschlüssen stehen zum Beispiel

  • Airbrushpistolen
  • Ausblaspistolen mit oder ohne Sandbehälter
  • Lackierpistolen
  • Schleifer

zur Verfügung. Dank der antreibenden Druckluft lassen sich mit all diesen Aufsätzen wahlweise Werkstücke gründlich reinigen, schleifen und glätten oder Beschichtungen auftragen.

  • Bohrhammer
  • Meißelhammer
  • Schlagschrauber
  • Schraubendreher
  • Tacker

erweitern die Funktionalität von Kompressoren zusätzlich. Für die Verwendung dieser Anschlüsse ist eine Mindestspannung von 230 V erforderlich.

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